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RÜCKENSCHMERZEN UND MB

Klicken Sie auf die Fragen unten, um mehr über die Erkrankung Morbus Bechterew und die gefährdeten Personengruppen zu erfahren.

 

Was ist Morbus Bechterew?

Was löst Morbus Bechterew aus, und wer ist gefährdet?

Die richtige Diagnose und was Sie tun können, wenn Sie Morbus Bechterew bei sich vermuten

Leben mit Morbus Bechterew

Therapie von Morbus Bechterew

 

 

 

Was ist Morbus Bechterew?

Morbus Bechterew ist eine extrem schmerzhafte, sich häufig schleichend entwickelnde und die Lebensqualität stark einschränkende chronisch entzündliche Erkrankung der Wirbelsäue, die vorrangig bei jungen Männern, aber auch Frauen in den späten Jugend- und frühen Erwachsenenjahren auftritt.1 Sie wird auch als Spondylitis ankylosans oder „Arthritis des Rückgrats“ bezeichnet.

 

Morbus Bechterew beginnt zunächst mit anhaltenden Schmerzen im unteren Rücken und einer sich langsam verschlimmernden Versteifung der Wirbelsäule, die auf eine lokale Entzündung des Stützgewebes an den Wirbelkörpern zurückzuführen ist und nachts besonders ausgeprägt auftritt.1

 

Zu den Symptomen zählen: [Quelle: ASIF]

1. Schleichend einsetzende oder sich verstärkende Schmerzen und Steifigkeit im unteren Rücken, die nicht nur Stunden oder Tage, sondern über Wochen und Monate anhalten (akute Rückenschmerzen sind eher selten)

2. Steifigkeit und Schmerzhaftigkeit des Rückens beim Aufstehen, die sich tagsüber durch Bewegung  bessern oder legen

3. Besserung durch Bewegung und Sport, Verschlechterung durch Ruhe

4. Schlafprobleme durch Rückenschmerzen, vor allem in der zweiten Nachthälfte

5. Arthritische Veränderungen der großen Gelenke, vor allem der Beingelenke, sowie Schmerzen im unteren Rücken während der Nacht oder am Morgen

6. Anhalten der obigen Symptome über mehr als drei Monate

7. Abgeschlagenheit

8. Zeitweise Besserung der Schmerzen nach dem Duschen oder Baden

9. Symptome setzen in der Regel in den späten Jugend- und frühen Erwachsenenjahren ein

10. Begleiterkrankungen:

  • Iritis (oder Uveitis), eine Entzündung der Regenbogenhaut des Auges, und Konjunktivitis (Bindehautentzündung) mit geröteten, verklebten, schmerzenden Augen
  • Reizdarm (chronisch-entzündliche Darmerkrankung)

 

Die Entzündung tritt an der Verwachsung von Sehnen und Bändern am Wirbelkörper auf und führt zu einer lokalen Schädigung dieser Verwachsung. Mit Einsetzen der Heilung bildet sich neues Knochengewebe, welches das ursprünglich elastische Bänder- und Sehnengewebe ersetzt.1,2

 

Mit dem wiederholtem Auftreten der Entzündung bildet sich immer mehr neues Knochengewebe, das die Beweglichkeit der Wirbelsäule zunehmend einschränkt. Dabei verursacht die Erkrankung eine irreparable Schädigung des Rückgrats, da die Wirbelkörper miteinander verwachsen und versteifen.1,2  

Die Schwere der Symptome und das Fortschreiten der Krankheit sind von Patient zu Patient verschieden. Bei den meisten Morbus Bechterew-Erkrankten flammen die Erkrankung bzw. die Entzündungen jedoch regelmäßig auf.2 Mit zunehmendem Fortschreiten der Krankheit kommt es zum Verwachsen und Versteifen der Wirbelsäule und einem einhergehenden Beweglichkeits- und Funktionsverlust. In späten Krankheitsstadien, schweren oder unbehandelten Fällen können Beweglichkeit und Biegsamkeit der Wirbelsäule so stark eingeschränkt sein, dass ein freies Bewegen und eine aufrechte Haltung kaum mehr möglich sind (Buckelbildung) und gewohnte Alltagsaktivitäten nicht mehr ausgeführt werden können.2,3 So kann Morbus Bechterew zu einer ganz allgemein eingeschränkten Beweglichkeit, dem Verlust der Arbeitsfähigkeit und starken Einbußen in der Lebensqualität der Betroffenen führen.1

Obwohl Morbus Bechterew als Form der Arthritis vorwiegend die Wirbelsäule betrifft, können auch andere Gelenke und Organe wie u. a. Hüften, Schultern, Knie, Augen, Lungen, Darm, Haut und Herz in Mitleidenschaft gezogen sein.2 Bei 40 Prozent aller Morbus Bechterew-Patienten entwickelt sich früher oder später eine schwere Entzündung eines oder beider Augen (Iritis bzw. Uveitis) mit starker Augenrötung und verschwommenem Sehen.2,3

Morbus Bechterew tritt fallweise begleitet von anderen Erkrankungen, wie reaktive Arthritis, Schuppenflechte und Reizdarm auf. Diese „überlappenden“ Erkrankungen werden unter dem Überbegriff „Spondyloarthritis“ zusammengefasst.3,4

 

 

 

Was löst Morbus Bechterew aus, und wer ist gefährdet?

Die Ursachen des Morbus Bechterew sind noch wenig erforscht. Man geht jedoch davon aus, dass genetische, bakteriologische, immunologische und Umwelt-Faktoren eine Rolle spielen.1 Bei 96 Prozent der weißhäutigen Patienten in westlichen Ländern ist das Human Leukocyte Antigen B27 (HLA-B27, ein Protein) an der Oberfläche der weißen Blutkörperchen nachweisbar, so dass eine genetische Ursache zu vermuten ist.2

Morbus Bechterew tritt am häufigsten bei jungen Männern in den späten Jugend- und frühen Erwachsenenjahren auf, kann jedoch auch bei Frauen und in späteren Jahren auftreten.2

 

  

 

Die richtige Diagnose und was Sie tun können, wenn Sie Morbus Bechterew bei sich vermuten

Da es sich bei Morbus Bechterew um eine schleichend fortschreitende Erkrankung handelt, ist die korrekte Diagnose in einem frühen Krankheitsstadium entscheidend. Denn je früher Morbus Bechterew diagnostiziert und therapiert wird, desto besser sind die Therapieerfolge und die Aussicht für den Patienten, gewohnte und geliebte Aktivitäten noch lange ausführen zu können.3

Aufgrund des zu geringen Wissens um die Erkrankung – nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch unter Therapeuten – können nach dem ersten Auftreten der Symptome nicht selten bis zu sieben Jahre verstreichen, bevor die Diagnose gestellt wird.3

Wenn Sie glauben, dass Sie an mehreren oder allen der hier beschriebenen typischen Symptome leiden, sollten Sie sich vor Ihrem nächsten Hausarztbesuch die Symptome-Checkliste ausdrucken und Ihre Symptome mit Ihrem Arzt besprechen.

Die Symptome-Checkliste finden Sie hier. Da es keinen direkten Test zum Nachweis von Morbus Bechterew gibt, wird Ihr Arzt wahrscheinlich Ihren Rücken genauer untersuchen und ggf. eine Röntgenaufnahme des Beckens und unteren Rückens machen, bevor er entweder eine geeignete Therapie einleitet oder Sie an einen Rheumatologen weiterverweist, sofern sich der Verdacht auf Morbus Bechterew erhärtet oder bestätigt.2

 

 

 

Leben mit Morbus Bechterew

Bei guter Therapie sind Morbus Bechterew-Patienten in der Regel in der Lage, ihre gewohnten Alltagsaktivitäten weiter auszuführen. Bei einzelnen Patienten können sich jedoch Schmerzen unterschiedlicher Stärke, Schlafprobleme, vermehrte Krankentage und funktionelle Beeinträchtigungen bei alltäglichen Aktivitäten wie z. B. dem Autofahren einstellen.1

 

 

 

Therapie von Morbus Bechterew

Es gibt keine Heilung für Morbus Bechterew. Aber es gibt wie unten beschrieben verschiedene Therapiemöglichkeiten, die die Schmerzen und die Steifigkeit lindern und den Betroffenen eine höhere Lebensqualität ermöglichen.2

Neben der Einnahme von Medikamenten ist es von ganz entscheidender Bedeutung, auf gute Haltung zu achten und regelmäßig Sport (z. B. Schwimmen) zu betreiben, um dem Verknöchern und Versteifen der Wirbelsäule vorzubeugen. Physiotherapie spielt eine sehr wichtige Rolle in der Therapie von Morbus Bechterew und kann den Krankheitsfortschritt deutlich verlangsamen.2  

 

Entzündungshemmende Medikamente

In einem ersten Schritt wird der Hausarzt oder Rheumatologe wahrscheinlich nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente (sog. NSAID) wie z. B. Ibuprofen verordnen, die die Schmerzen und Entzündungen und damit die Symptome lindern.1 Häufig weicht man auch auf Paracetamol aus, wenn bei Einnahme von NSAID Nebenwirkungen auftreten.2

 

 

Krankheitsmodifizierende Antirheumatika

 

Bei einigen Morbus Bechterew-Patienten stellen sich neben der Wirbelsäulenentzündung zusätzlich Gelenkentzündungen an z. B. den Hüften, Knien oder Sprunggelenken ein1, die auf entzündungshemmende Medikamente alleine unter Umständen nicht ansprechen. Bei ihnen kann man die zusätzliche Gabe von krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARD) wie z. B. Sulfasalazin oder Methotrexat in Betracht ziehen.5 Diese Präparate werden üblicherweise in der Therapie der rheumatoiden Arthritis eingesetzt und beeinflussen die zugrundeliegenden Krankheitsabläufe.

 

 

Biopharmaka

Biopharmaka bieten eine relativ neue Therapieform, die anders als traditionelle Präparate nicht auf der Kombination verschiedener chemischer Substanzen, sondern auf Proteinen menschlichen oder tierischen Ursprungs basiert. Biopharmaka zielen auf die zugrundeliegenden Entzündungsprozesse ab und erzielen in der Morbus Bechterew-Therapie eine nachweislich hohe Wirksamkeit und Verlangsamung des Krankheitsfortschritts durch Bekämpfung der Entzündung und Verbesserung der Wirbelsäulenbeweglichkeit.1,5

 

Biopharmaka werden in der Regel gespritzt.2

 

Eine Klasse der Biopharmaka, die sog. TNF-Hemmer, hemmt Entzündungen, die durch einen zu hohen Spiegel des Tumornekrosefaktors (TNF, ein entzündungsförderndes Zytokin) hervorgerufen werden. Derzeit sind in Europa zur Behandlung des Morbus Bechterew vier TNF-Hemmer zugelassen.4, 5

Die Therapiewahl ist für jeden Patienten individuell zu bewerten, basiert jedoch gewöhnlich auf der Schwere der Symptome und dem Ort der Entzündung (d. h. nur Entzündung der Wirbelsäule oder zusätzlich auch anderer Gelenke).4

Bezüglich ausführlicheren Informationen über Therapieoptionen beachten Sie bitte die Patientenempfehlungen auf der Webseite der ASAS (Assessment of Spondyloarthritis International Society).

Bei der ASAS handelt es sich um eine internationale Arbeitsgruppe von Experten auf dem Gebiet des Morbus Bechterew, die die translationale und klinische Erforschung des Morbus Bechterew unterstützen und fördern will. Ziel ist es, die Lebensqualität und Therapieergebnisse für Morbus Bechterew-Patienten zu verbessern.

 

 

 

Quellenverzeichnis

 

1. Sieper J. et al. Ankylosing spondylitis: an overview. Ann Rheum Dis. 2002;61(Suppl III):iii8-iii18

2. National Ankylosing Spondylitis Society. Guidebook for Patients: A Positive Response to Ankylosing Spondylitis. März 2007

3. Elyan M, Khan MA. Diagnosing Ankylosing Spondylitis. Rheum. 2006:33 (Suppl 78):12-23

4. Sieper J, Braun J. Clinician’s Manual on Ankylosing Spondylitis. London: Current Medicine Group.

5. Braun J. et al. International ASAS consensus statement for the use of anti-tumour necrosis factor agents in patients with ankylosing spondylitis. Ann Rheum Dis. 2003;62:817–824

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Willkommen bei der Deutschen Seite von Back-in-Play.com! Bitte beachten Sie, dass diese Seite den Deutschen Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen unterliegt, die Sie unten finden können. BACK IN PLAY ist eine Informationskampagne über Morbus Bechterew, eine chronisch entzündliche rheumatische Erkrankung vorwiegend der Wirbelsäule, die zu schweren chronischen Schmerzen und Beeinträchtigungen führt. Sie wird auch als Spondylitis ankylosans oder „Arthritis des Rückgrats“ bezeichnet, tritt jedoch im Gegensatz zu vielen anderen Formen der Arthritis vorrangig bei jüngeren, körperlich aktiven Männern, seltener auch bei Frauen auf.